Dienstag, 17. Oktober 2017

Ein kleiner Bericht - Kunst im alten Bahnhof

Am vergangenen Sonntag - dem 15.10.2017 - fand wieder unsere kulturelle Veranstaltung in den Praxisräumen der Nuklearmedizinischen Praxis Seeberger in Ilsfeld unter dem Motto "Kunst im alten Bahnhof" statt.
Wir haben uns über die zahlreichen Besuche, die neuen Bekanntschaften und nette Gespräche sehr gefreut. Rundum, es war ein toller Tag! Sogar die Sonne lachte uns bei strahlend blauem Himmel den ganzen Tag über an und lockte die Menschen nach draußen auf einen Spaziergang in unsere Richtung.

Aber nun zurück zum eigentlichen Thema: Die Ausstellung trug den Titel

Natur im Licht - Farben in Harmonie
Landschaften - so wie wir sie sehen


Wie das Motto schon sagt, lag der Schwerpunkt der Ausstellung in der künstlerischen Darstellung der Vielfalt der Natur, der in unterschiedlichen Techniken - wie z.B. Öl- und Aquarellmalerei - Ausdruck verliehen wurde.

Die beiden Künstler - Vater und Tochter - zeigten zusammen eindrucksvolle Gemälde in Öl, Aquarell und Mischtechniken und präsentierten nebenbei auch eine hochwertige, handgeschmiedete und einzigartige Schmuckkollektion.
Manfred Rose aus Gundelsheim - seines Zeichens Goldschmiedemeister - hat sich besonders auf eindrucksvolle Darstellung naturalistischer Werke spezialisiert, während sich seine Tochter Stephanie Seeberger als interessanten Kontrast auf die Darstellung des aus Japan bekannten Manga-Stils spezialisiert hat.

Die Begrüßung der Gäste erfolgte bei einem Gläschen Sekt und kleinen, mit Liebe vorbereiteten Häppchen.

Die Werke der beide Künstler werden noch für einige Zeit die Praxisräumlichkeiten schmücken.

Wir danken allen Besuchern herzlich für ihr Kommen!



Samstag, 27. Mai 2017

1 Jahr Team Nuki!

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her ist, seit wir eröffnet haben!
Es war ein wirklich turbulentes, aber gutes Jahr! Damals haben wir nicht zu träumen gewagt, dass unser Team mal 10 Mitarbeiter umfassen wird.

Vor etwas über einem Jahr (März 2016) sah es hier noch so aus:


Kaum zu glauben, oder? 😁

Das muss natürlich gefeiert werden!

Wir laden Sie/Euch am 25.06.2017 zwischen 13.00 und 17.00 Uhr herzlich ein zu unserem Tag der offenen Tür in unserer Praxis in Ilsfeld, Raiffeisenstr. 4!

Für das leibliche Wohl ist gesorgt!
Am Nachmittag spielt die Tanzband Skylight aus Karlsruhe für uns 😍

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen!

Dienstag, 25. April 2017

Szintimammographie

Szintimammographie
Malignitätsabklärung von Brustknoten


Die Szintimammographie ist eine besondere Form der Szintigraphie.
Sie ist ein hochsensitives Verfahren zur Dignitätsabklärung von suspekten Knoten und ermöglicht den Ausschluss (oder die weitgehende Sicherung) eines Malignoms.

In der westlichen Welt ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen.
In Deutschland erkranken jährlich ca. 71.000 Frauen an Brustkrebs, rund 17.000 sterben jährlich daran. In seltenen Fällen sind auch Männer von einer Brustkrebserkrankung betroffen (jährlich etwa 500).
Die meisten Brusttumore werden von den Betroffenen zufällig entdeckt.


Wann sollte eine Szintimammographie durchgeführt werden?

Die Szintimammographie sollte als Zusatzuntersuchung neben Mammographie und Ultraschall genutzt werden. Insbesondere bei jungen Patientinnen mit dichtem Brustgewebe lässt sich anhand dieses Verfahrens ein Karzinom früher entdecken.
Die Szintimammographie kommt besonders dann zur Geltung, wenn Sonographie und Mammographie zwar einen Brusttumor nachgewiesen haben, aber keine sichere Aussage darüber getroffen werden kann, ob es sich hierbei um gutartiges oder bösartiges Gewebe handelt. Frauen, die Angst vor einer invasiven Knotenabklärung mittels Stanzbiopsie haben, haben mit der Szintimammographie eine praktisch schmerzfreie Alternative zur Abklärung eines Brustknotens. Die bei der Stanzbiopsie erforderliche und oft als sehr unangenehm empfundene Kompression des Brustdrüsengewebes entfällt bei dieser Methode.
Insbesondere bei Fragen der richtigen Operationswahl - Mastektomie (Entfernung der Brust) oder teilweisen Resektion des befallenen Brustgewebes und damit Erhalt der Brust - kann die Szintimammographie für die Betroffenen sehr wertvoll sein.

Eine nicht-invasive Behandlungsmethode gutartiger Brusttumore bietet die Echotherapie mittels hochfokussiertem therapeutischem Ultraschall.

Die Szintimammographie erfolgt in zwei Schritten:
Nach Injektion der Aktivität werden nach ca. 10-15 Minuten Aufnahmen der Brust durchgeführt.
Nach ca. 4 Stunden wird erneut eine Aufnahme durchgeführt, die durch ein SPECT ergänzt wird.


Indikation

  • derbes, dichtes Mammagewebe
  • tastbare Läsionen, aber normale bzw. unklare Mammographie
  • Implantate
  • multifokale Erkrankung
  • Risikopatientinnen
  • axillärer Lymphknotenstatus
  • männliche Patienten
  • Voruntersuchung zur Eignungsprüfung der Echotherapie
  • Beruhigung des Patienten und Entscheidungshilfe zur Therapieform
  • Malignitätsausschluss

Freitag, 21. April 2017

Radiosynoviorthese

Radiosynoviorthese
Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen


Was ist die Radiosynoviorthese?

Die Radiosynoviorthese (kurz RSO) setzt sich aus den Wörtern Strahlen (Radio), Gelenkinnenhaut (Synovialis) und Wiederherstellung (Orthese) zusammen und ist ein nuklearmedizinisches Therapieverfahren zur Behandlung chronisch-entzündlicher Gelenkerkrankungen, z.B. der aktivierten Arthrose oder der rheumatoiden Arthritis.

Der Ausdruck Radiosynoviorthese stammt von einem Rheumatologen aus Paris - Florian Delbarre - in Abwandlung der früher üblichen chemischen Synoviorthese mit Zytostatika.


Wann ist eine Behandlung mittels RSO angezeigt und welche Gelenke können behandelt werden?

Bei chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen ist die Gelenkinnenhaut (Synovialis) dauerhaft entzündet. Auslöser bzw. Ursachen hierfür können u.a. starke Belastung oder ein laparoskopischer Eingriff sein.
Stoppt man die Entzündungsprozesse nicht rechtzeitig, treten mit der Zeit Schäden an Knorpel und Knochen auf, bis zu deren Zerstörung.

Mit der Radiosynoviorthese lassen sich diese entzündlichen Gelenkerkrankungen an allen Gelenken der Extremitäten behandeln.
Die Therapie erfolgt ambulant und ist wenig schmerzhaft. Bei Bedarf können sogar mehrere Gelenke zeitgleich behandelt werden.
Je nach Größe des Gelenks wird das Radionuklid (z.B. kommt beim Fingergelenk Erbium zum Einsatz) gewählt.
Es stehen drei Radionuklide - sogenannte Betastrahler - für die Therapie zur Verfügung. Die Reichweite der Strahlung ist sehr gering und wirkt nur innerhalb des behandelten Gelenkes. Das angrenzende Gewebe wird in der Regel nicht erreicht, so dass hier keine Schädigung zu erwarten ist.
Aufgrund der geringen Reichweite der Nuklide ist eine Strahlenbelastung für die Umgebung des behandelten Patienten sehr gering. Deswegen darf die RSO auch ambulant durchgeführt werden.


Die Nuklide und ihre Verwendung:

Die verwendeten Substanzen geben eine Strahlung mit unterschiedlicher Reichweite ab und unterscheiden sich in der Eindringtiefe in das Gewebe. Die maximale Reichweite beträgt wenige Millimeter. Welches Nuklid zum Einsatz kommt, hängt vom zu behandelnden Gelenk und dessen Größe ab.

Yttrium-90: Kniegelenke
Rhenium-186: Schulter-, Ellbogen-, Hand-, Hüft- und Sprunggelenk
Erbium-169: Finger- und Zehengelenke


Woher weiß ich, ob die Radiosynoviorthese für mich geeignet ist?

Anhand einer 3-Phasen-Szintigraphie wird überprüft, ob eine Radiosynoviorthese erfolgsversprechend ist.
Die Szintigraphie ist eine hochempfindliche Methode zum Nachweis entzündlicher Prozesse im Gelenk sowie Veränderungen im knöchernen Bereich.

Zu Beginn der Untersuchung wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz (99mTc Pertechnetat) in die Armvene gespritzt. Dieses reichert sich vermehrt in den entzündeten Gelenken an.
Die erste Aufnahme mithilfe der Gamma-Kamera erfolgt wenige Minuten nach der Injektion. Nach ca. 3 Stunden wird eine weitere Aufnahme angefertigt.


Wie wird die Therapie durchgeführt und was ist zu beachten?

Nach gründlicher Hautdesinfektion und örtlicher Betäubung wird das Gelenk unter sterilen Bedingungen punktiert. Mit der Injektion einer kleinen Menge Kontrastmittel wird die richtige Lage der Nadel kontrolliert und dokumentiert.
Anschließend wird - je nach zu behandelndem Gelenk - das entsprechende Nuklid in unterschiedlicher Dosierung eingespritzt.
Mittels einer Verteilungsszintigraphie wird die einwandfreie Verteilung des Nuklids im Gelenk dokumentiert. Danach folgt ein steriler Wundverband und Ruhigstellung des Gelenks.
Nach der Therapie sollte das behandelte Gelenk für 48 Stunden nicht bewegt werden.
Durch die destruierende Wirkung des Nuklids (die Strahlung bleibt auf die Gelenkschleimhaut beschränkt) kommt es zu einer Umwandlung in der Gelenkinnenhaut. Es wird also eine "Gegenentzündung" im Gelenk erzeugt, weswegen es kurz nach der Behandlung zu einem erhöhten Druckgefühl im behandelten Gelenk kommen kann - einer sogenannten Strahlensynovitis (Reizzustand der Gelenkschleimhaut). Dies kann einige Stunden bis Tage anhalten und mit einer Überwärmung, Schwellung und/oder Ergussbildung einhergehen.
In der Regel zeigt sich die Wirkung bereits nach einigen Wochen und eine Besserung der Beschwerden tritt ein. Der Umwandlungsprozess und die endgültige Wirkung können aber bis zu 6 Monaten dauern.

Nach 6 Monaten wird erneut ein 3-Phasen-Szintigramm angefertigt, um den Erfolg der Therapie zu beurteilen. Sollte keine deutliche Besserung eingetreten sein, kann eine weitere Therapie durchgeführt werden.



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Donnerstag, 19. Januar 2017

Neues Großgerät!

Nuklearmedizinische Praxis Seeberger in Ilsfeld erhält neues Großgerät


Wir haben Zuwachs bekommen!
Nur ein halbes Jahr nach der Praxiseröffnung wird in unserer Praxis in Ilsfeld schon wieder umgebaut.
Eine weitere hochmoderne Gammakamera wurde am vergangenen Freitag (Freitag der 13. 😁) in die inzwischen fertiggestellten Räumlichkeiten im alten Bahnhof eingebracht. Die Erweiterung war notwendig geworden, wegen des unerwartet hohen Patientenaufkommens, wodurch inzwischen längere Wartezeiten - insbesondere für Spezialuntersuchungen wie Lunge und Herz - entstanden sind.
Unser Einkopf-System verlässt uns wieder und macht Platz für das neue Doppelkopf-System ... 
Nach einigen Pannen und Verzögerungen kam sie am Abend doch noch an!
Diese können durch den Einbau einer weiteren sogenannten Doppelkopf-Gammakamera entscheidend reduziert werden.
Das tiefgekühlte Aufbau-Team (war das frostig gewesen!) 😂
Das rund 200.000€ teure Großgerät auf dem neuesten Stand der Technik ermöglicht mittels volldigitaler Bildgebung Ganzkörperaufnahmen und spezielle Rotationsaufnahmen (SPECT) zur besseren Lokalisierbarkeit pathologischer Befunde bei deutlich verringerter Untersuchungszeit.
Anfang Februar soll das neue Gerät in Betrieb gehen.
Unsere Praxis verfügt bereits über ein solches Gerät, dieses ist aber inzwischen mehr als ausgelastet.
Für diese neue Kamera mussten wir zusätzlich eine weitere Fachkraft (MTRA) einstellen - unser Praxisteam umfasst nun 10 Personen. Etwa die Hälfte davon sind Einheimische 😄

Unsere Praxis, die sich unter anderem auf Schilddrüsen-Erkrankungen spezialisiert hat, verfügt nun mit dieser Neuanschaffung als einzige Praxis in der Region und im weiten Umkreis über zwei dieser hochmodernen Kamerasysteme und ist darüber hinaus einer von nur zwei Praxisstandorten in Deuschland, der die ambulante Entfernung gutartiger Schilddrüsenknoten ohne Schnitt und Narbe mit der neuartigen HIFU-Methode (hochfokussierter therapeutischer Ultraschall) anbietet.

Voraussichtlich im April diesen Jahres besteht im Rahmen eines Tags der offenen Tür die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten und technischen Highlights im alten Bahnhof Ilsfeld in Augenschein zu nehmen.

Den Termin für den Tag der offenen Tür werden wir in den nächsten Wochen bekannt geben und freuen uns jetzt schon auf zahlreiche Besucher 😊

Samstag, 7. Januar 2017

Der Morbus Basedow - eine Autoimmunerkrankung

Der Morbus Basedow
eine Autoimmunerkrankung


Um was für eine Erkrankung handelt es sich beim Morbus Basedow?

Der Morbus (= Krankheit) Basedow ist sozusagen die "Schwester-Erkrankung" der Hashimoto-Thyreoiditis. Anders als diese handelt es sich hierbei allerdings um eine Hyperthyreose (= Überfunktion).
Beim Morbus Basedow handelt es sich ebenfalls um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem erkennt die Schilddrüse als Fremdkörper, greift das Gewebe an und zerstört es.
Die für den Morbus Basedow typischen - und nur bei dieser Erkrankung vorkommenden - Antikörper - der Antikörper gegen den Rezeptor für das TSH-Hormon (TSH-Rezeptorantikörper, auch TRAK genannt) führen zu einer Stimulierung der Schilddrüsenhormonproduktion. Folge ist eine Schilddrüsenüberfunktion.
Typishe Beschwerden der Hyperthyreose sind u.a. innere Unruhe, Herzrasen, Schwitzen und ungewollte Gewichtsabnahme.

Benannt wurde diese Erkrankung nach dem Arzt Carl von Basedow, der sie erstmalig im deutschen Raum im Jahre 1840 beschrieb. Kurz zuvor wurde sie allerdings von einem irischen Arzt - Robert Graves - erkannt. Aus diesem Grund heißt diese Erkrankung im englischsprachigen Raum Graves' disease.


Wie kann der Morbus Basedow diagnostiziert werden?

Wie seine Schwestern-Erkrankung, die Hashimoto-Thyreoiditis, lässt sich der Morbus Basedow anhand der für diese Erkrankung typischen Laborwerte erkennen.

Auch hier stellt sich das Schilddrüsengewebe in der Sonographie (= Ultraschall) im Vergleich zu dem einer gesunden Schilddrüse deutlich dunkler dar. Das Organ ist i.d.R. vergrößert.
In der Dopplersonographie (erhöht die Aussagekraft der "normalen" Sonographie und dient u.a. der Bestimmung der Blutfluss-Geschwindigkeiten) des Gewebes ist die Perfusion (= Durchblutung) deutlich erhöht.
In der Szintigraphie zeigt sich eine stark vermehrte Aktivität des Organs. Dies wird in der Technetiumaufnahme, dem Uptake, ausgedrückt und liegt im Normalfall etwa zwischen 1 und 2%. Beim Morbus Basedow ist dieser deutlich erhöht.

Typische Beschwerden bei Hyperthyreose sind Zittern, Nervosität, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Schweißausbrüche, Zyklusstörungen bis hin zur (vorübergehenden) Unfruchtbarkeit.
Bei einer deutlichen Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), klagen Patienten häufig über ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden oder Luftnot.
Eine der häufigsten Manifestationsformen des Morbus Basedow außerhalb der Schilddrüse ist die endokrine Orbithopathie, kurz EO. Die auffälligste Verlaufsform ist der Exophthalmus (Hervortreten der Augäpfel).


Wie kann ein Morbus Baswdow behandelt werden?

Es gibt mehrere Therapiemöglichkeiten:
- die medikamentöse Therapie zur Unterdrückung der Überfunktion
- die Radiojodbehandlung - hier wird das Schilddrüsengewebe mit Radioaktivität bestrahlt und damit zerstört
- die teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse durch eine Operation

Zunächst erfolgt die Behandlung der Überfunktion auf medikamentösem Wege, bis zum Erreichen einer normalen Stoffwechsellage. Die eingesetzten Medikamente unterdrücken die Produktion von Schilddrüsenhormonen (sogenannte Thyreostatika). Diese Therapie sollte über ein Jahr durchgeführt werden.
Sollte die medikamentöse Therapie nicht anschlagen, besteht die Möglichkeit der Radiojodtherapie, alternativ Operation.


Kann der Morbus Basedow ohne Therapie ausheilen?

Eine Heilung des Morbus Basedow ohne Therapie ist sehr selten. Manchmal tritt bei einem milden Krankheitsverlauf eine Spontanheilung ein. Da der unbehandelte Morbus Basedow aber über kurz oder lang immer wieder zu Rückfällen neigt und sich zu einer lebensbedrohlichen Krankheit (z.B. Rhythmusstörungen, Vorhofflimmern) entwickeln kann, sollte in jedem Fall eine Therapie erfolgen.



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Demnächst geht es weiter mit der Radiosynoviorthese - die Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen

Montag, 14. November 2016

Die Hashimoto-Thyreoiditis - eine autoimmune Schilddrüsenentzündung

Die Hashimoto-Thyreoiditis
eine autoimmune Schilddrüsenentzündung


Was genau ist das eigentlich, die Hashimoto-Thyreoiditis?

Thyreoiditis bedeutet einfach "Schilddrüsenentzündung" - es handelt sich also um eine Entzündung der Schilddrüse.
Anders als bei vielen anderen Entzündungen in unserem Körper wird die Hashimoto-Thyreoiditis aber nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst, sondern durch unser eigenes Immunsystem. Aus diesem Grund gehört sie zu den autoimmunen Erkrankungen (autoimmun = überschießende Reaktion des Immunsystems auf körpereigenes Gewebe, das fälschlicherweise als zu bekämpfender Fremdkörper erkannt wird).
Diese andauernde Bombardierung der Schilddrüse mit Antikörpern durch das eigene Immunsystem entzündet die Schilddrüse und lässt sie im Laufe der Zeit durch den daraus resultierenden Zellverlust kleiner werden, bis nichts mehr übrig ist. 
In vielen Fällen stellt die Schilddrüse nach und nach ihre Hormonproduktion ein. Es kommt zu einer Hypothyreose (= Unterfunktion). Typische Beschwerden einer Unterfunktion sind - um nur ein paar zu nennen - Müdigkeit, Gewichtszunahme, Haarausfall und Antriebslosigkeit.

Den Namen "Hashimoto-Thyreoiditis" verdankt diese Erkrankung ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der sie als Erster im Jahre 1912 beschrieb.


Wie kann eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert werden?

Die Hashimoto-Thyreoiditis lässt sich durch einen erhöhten Antikörper-Spiegel (den sogenannten Mikrosomalen Antikörper, kurz MAK - ein wichtiges Enzym zur Produktion von Schilddrüsenhormonen) im Blut nachweisen, ohne dass Beschwerden oder eine Unterfunktion vorliegen.
Wenn Sie an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Ihre Kinder (oder Eltern) betroffen sind, da diese meistenfalls vererbbar sind.
Obwohl eine gewisse familiäre Häufung der Erkrankung nachgewiesen ist, sind die meisten Familienmitglieder aber gesund.

In der Schilddrüsensonographie (= Ultraschall) stellt sich das Schilddrüsengewebe im Vergleich zu dem einer gesunden Schilddrüse deutlich dunkler dar. Aufgrund der Entzündungsreaktion ist die Perfusion (= Durchblutung) des Gewebes, die in der Dopplersonographie (erhöht die Aussagekraft der "normalen" Sonographie und dient u.a. der Bestimmung der Blutfluss-Geschwindigkeiten) dargestellt wird, meistens erhöht.


Wie verläuft die Erkrankung?

Durch den entzündlichen Prozess wird die Schilddrüse durch den daraus resultierenden Zellzerfall mit der Zeit kleiner werden, bis nur noch wenige Gramm oder in manchen Fällen sogar gar kein Schilddrüsengewebe mehr vorhanden ist. Dies kann innerhalb weniger Monate geschehen oder Jahre andauern.
Solange die Funktion der Schilddrüse aber normal ist - also keine Hypothyreose vorliegt - muss auch nicht mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden.

Wenn die Hashimoto-Thyreoiditis ausgebrochen ist, besteht sie ein Leben lang und kann nicht geheilt werden.
Die Lebenserwartung ist nicht eingeschränkt und ein normales Leben kann in den meisten Fällen geführt werden. Wichtig ist eine gute Hormoneinstellung und Therapie von Begleiterkrankungen und Beschwerden, sofern vorhanden.


Wie kann eine Hashimoto-Thyreoiditis behandelt werden und was kann ich selbst tun?

Sofern lediglich die Antikörper erhöht sind, ist keine Therapie notwendig.
Hilfreich ist die Einnahme von Selen, das sich als unterstützende Behandlung bewährt hat und weltweit empfohlen wird.
Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis sollten jodhaltige Produkte oder Medikamente (Kontrastmittel) meiden, da Jod die Erkrankung verstärken kann.

Anders verhält es sich, wenn Sie schwanger sind.
In diesem Fall sollten Sie unbedingt Jod erhalten, um eine optimale Versorgung für das Kind zu gewährleisten. Das aufgenommene Jod wird über die Nabelschnur an das Kind weitergegeben. Ein Schaden für die Mutter tritt hierdurch nicht auf.


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Demnächst geht es weiter mit dem Morbus Basedow - der "Schwester-Erkrankung" der Hashimoto-Thyreoiditis